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WEXICOM II - Wetterwarnungen: von der EXtremereignis-Information zu KOMmunikation und Handlung

gefördert vom Hans-Ertel-Zentrum für Wetterforschung Deutscher Wetterdienst
gefördert vom Hans-Ertel-Zentrum für Wetterforschung Deutscher Wetterdienst

WEXICOM ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt das zur optimalen Nutzung von Wettervorhersagen beiträgt, mit Schwerpunkt auf Unwetterwarnungen. Das Ziel des inter- und transdiziplinären Ansatzes ist, eine transparente und effektive Kommunikation von Risiken und Unsicherheiten an verschiedene Benutzergruppen zu ermöglichen.

Institution:

Freie Universität Berlin

Institut für Informatik

AG Interdisziplinäre Sicherheitsforschung

Leitung:

Prof. Uwe Ulbrich, Prof. Martin Voss, Prof. Ralph Hertwig

Mitarbeiter/innen:

Dr. Tobias Pardowitz, Dr. Nadine Fleischhut, Dr. Martin Göber, Till Büser M.A.

Förderung:

Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI); Deutscher Wetterdienst

Projektlaufzeit:

01.01.2015 — 31.12.2018

Ansprechpartner:

Thomas Kox

Telefon:

+49 30 838 58616

E-Mail:

Homepage:

WEXICOM II - Wetterwarnungen: von der EXtremereignis-Information zu KOMmunikation und Handlung

Verbesserung des Warnprozesses bei Extremwetter hinsichtlich der Kette von meteorologischen Simulationen zur Kommunikation der Vorhersagen in Berlin

Obwohl bereits große Fortschritte bei der Entwicklung von probabilistischen Prognosen von Unwetterereignissen gemacht worden sind, sind die herausgegebenen Wetterwarnungen meist deterministisch. Diese Tatsache kann durch institutionelle Regelungen, sowie durch Gewohnheiten und Erwartungen seitens der Nutzer von Prognosen (einschließlich der Rettungsdienste und der Öffentlichkeit), erklärt werden. Allerdings können meteorologische Unsicherheiten in Bezug auf die Lage und Größe der Unwetter nicht vermieden werden. Die daraus resultierende Unsicherheit über die Auswirkungen von Unwettern beeinflusst wiederum die Maßnahmen, welche Nutzer aufgrund der Warnungen vornehmen. Daraus lassen sich weitere wertvolle Informationen gewinnen.

Mit einem inter- und transdisziplinären Ansatz der Meteorologie, Sozialwissenschaften und Psychologie trägt dieses Projekt zur optimalen Nutzung der Wettervorhersagen (mit Schwerpunkt auf Unwettern und deren Warnungen) zu Gunsten der Gesellschaft bei. Das ultimative Ziel ist es, eine transparente und effektive Kommunikation von Risiken und Unsicherheiten für bestimmte Benutzergruppen zu erleichtern. Eine auf den Benutzer abgestimmte Kommunikation kann die Fähigkeit fördern, Entscheidungen zu treffen, welche das Risiko von Verlusten und Beschädigungen minimieren. Ein wichtiges Element des Ansatzes ist die statistische Modellierung der Auswirkungen der Unwetter, vor allem unter Berücksichtigung der Sturm- und Starkniederschlagsschäden. Abschätzungen dieser Auswirkungen liefern eine Verbindung zwischen probabilistischen Wetterinformationen und risikobasierten Warnungen. Mit dem Feuerwehr-Informationssystem des DWD (FeWIS) als Testumgebung setzt das Projekt verschiedene Wege der Kommunikation probabilistischer Wetterinformationen um. Die Nutzung dieser Informationen werden in Bezug auf die Nutzung und Vorlieben analysiert, um festzustellen, ob und wie risikobasierte Warnungen Katastrophenmanagern helfen können, das Risiko von Verlusten und Beschädigungen zu verringern.

Mit Hilfe von qualitativen und quantitativen Methoden werden die Auswirkungen, welche eine Unwetterwarnung in der Bevölkerung hervorruft, beurteilt. Die Informationsübermittlung geschieht dabei über traditionelle und neue Medienkanäle. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den Maßnahmen, welche von spezifischen sozialen Milieus und privaten Unternehmen getroffen werden, um Schäden zu verhindern. Der Großraum Berlin bleibt der Ausgangspunkt der Untersuchungen.
Ziele

WEXICOM wird die Kommunikation und den Umgang mit Unsicherheiten bei Wetterwarnungen bewerten. Das Hauptziel ist, das Potenzial der Lieferung von probabilistischen Warninformationen und risikobasierte Warnungen an Nutzer in Notfall-Einrichtungen, privaten Unternehmen und der breiten Öffentlichkeit zu untersuchen.

Die Projektbereiche (WP) 1 und 2 nähern sich diesem Ziel von einem meteorologischen und psychologischen Standpunkt, wobei der Schwerpunkt auf der Analyse der verschiedenen Warnmethoden und Modelle (statistische und auf Erfahrung beruhende) liegt. Der Projektbereich 3 analysiert die Bedürfnisse der potenziellen Nutzergruppen (Rettungsdienste, Öffentlichkeit, Verkehrssektor). Aufbauend auf Erfahrungen aus der ersten Phase von WEXICOM (mit Schwerpunkt auf Stürmen und der Berliner Feuerwehr) führt die zweite Phase hin zu einer Verallgemeinerung der Konzepte und setzt sowohl bei den Gefahren, wie auch den Empfängern an.

WP 1 entwickelt eine Systematisierung von statistischen Methoden für die Modellierung von Wettereinflüssen und leitet spezifisch für Wetterereignisse Risiken.

WP 2 entwickelt verschiedene Möglichkeiten, um probabilistische Warnungen an Notfallmanager (unter Verwendung des DWD Feuerwehr Informationssystems) zu kommunizieren. Ausserdem wird geprüft, welche Darstellung das Verständnis und die Nutzung der Informationen fördert. Auf Basis der Ergebnisse werden dann Handlungsempfehlungen abgeleitet.

WP 3 bestimmt Kriterien, die die Bewertung der Beschäftigungsfähigkeit und die Akzeptanz der risikobasierten Warnungen innerhalb der Rettungsdienste über die Identifizierung und Entwicklung von Bewertungsindikatoren ermöglichen. Darüber hinaus identifiziert und bewertet der Bereich Kriterien für die Notwendigkeit, den Nutzen und die Qualität der Wetterwarnungen in der breiten Öffentlichkeit und dem Verkehrssektor und zielt auf die Kategorisierung der Öffentlichkeit in Gruppen mit unterschiedlichen Interessen, Bedürfnisse und Mediengewohnheiten ab.

Durch Zusammenführung der Ergebnisse aller drei WPs wird WEXICOM faktengestützte Vorschläge und Empfehlungen generieren, welche die Kommunikation und den Umgang bezüglich probabilistischer und risikobasierter Warnungen, in Hinsicht auf nachhaltigeres wirtschaften und die Vermeidung von Verlusten oder Beschädigungen, verbessern.

Projektpartner:

Freie Universität Berlin - Institut für Meteorologie

Katastrophenforschungsstelle

Deutsches Komitee Katastrophenvorsorge e. V.

Max-Planck-Institut für Bildungsforschung