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„Wissenschaft trifft …“ oder „Herausforderungen transdiziplinärer Sicherheitsforschung“

Workshop des Forschungsforum Öffentliche Sicherheit im Rahmen des 2. BMBF-Innovationsforums „Zivile Sicherheit – Antworten durch Forschung“

7.-9. Mai 2014, Café Moskau und Kino International, Berlin

Wissenschaft und Forschung sind Treiber technischer und sozialer Entwicklungen der Gesellschaft. Durch Wissenschaft und Forschung werden Problemfelder identifiziert, Lösungsvorschläge entwickelt und gesamtgesellschaftliche Entwicklungen kritischen Reflektionen unterzogen.

Nicht zuletzt angestoßen durch das Sicherheitsforschungsprogramm der Bundesregierung „Forschung für die zivile Sicherheit“ wurde eine neue Fachszene (BMBF 2012, S. 6) in Deutschland zusammengeführt. Die Sicherheitsforschung in Deutschland hat sich als forschungsstarke Community formiert und etabliert. Unterschiedlichste Akteure aus der Anwendung, der Wirtschaft und insbesondere den unterschiedlichen Disziplinen der Wissenschaft haben sich in Forschungsprojekten und -verbünden unter dem gemeinsamen Ziel „Sicherheitsforschung zu betreiben“ zusammengefunden. Das beforschte Themenfeld „Sicherheit“ ist breit, heterogen und hat sich in den letzten Jahren verändert, wenn nicht gar neu erfunden: Szenarioorientierte Forschung, Technologieentwicklungen, gesellschaftliche Dimensionen und internationale Kooperationen bilden den Rahmen für die deutsche Sicherheitsforschungslandschaft.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert und fordert dabei in seinen Ausschreibungen seit Langem ein Umdenken hinsichtlich der Zusammenarbeit mit außerwissenschaftlichen Partnern. Anwender, Endnutzer, große und kleine Unternehmen, Behörden und politische Entscheider sind Partner im wissenschaftlichen Erkenntnisprozess; Inter- und Transdisziplinarität sind zum grundlegenden Kriterium der Förderfähigkeit geworden. Insbesondere im Kontext der Sicherheitsforschung wird deutlich, dass Forschungsvorhaben nicht mehr nur aus einzelnen Disziplinen gedacht werden können. Technische Lösungen beispielsweise, die keine Akzeptanz bei den avisierten Nutzern finden oder nicht hinsichtlich ihrer Langzeitwirkungen auf eine Gesellschaft durchdacht werden, sind wenig sinnvoll.

Interdisziplinarität bedeutet dabei nicht, das eigene Forschungsfach zu verlassen, sondern vielmehr die eigenen Grenzen in konkreten Forschungsprojekten zu überwinden, indem man verschiedene Theorien und Herangehensweisen verschiedener Fächer und Disziplinen auf fruchtbare Weise miteinander vernetzt (Schüll, im Erscheinen). Voraussetzung für die erfolgreiche interdisziplinäre Zusammenarbeit ist die Fähigkeit, die eigene Perspektive zu reflektieren und grundsätzlich mit anderen kooperieren zu können und zu wollen. Darüber hinaus muss eine Einigung auf gemeinsame Ziele im Forschungsverbund, die schließlich hinsichtlich der einzelnen Ergebnisse integriert werden müssen, erfolgen.

Transdisziplinarität geht noch darüber hinaus und adressiert die Integration wissenschaftlicher und lebenspraktischer Perspektiven (Dienel, im Erscheinen). Ziel ist das gleichberechtigte Zusammenwirken von verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und praktisch erfahrenen und/oder einflussreichen Partnern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Damit erhöht sich zugleich der potenzielle Gewinn des Forschungsprojektes durch die innovativeren und breiter akzeptierten Ergebnisse.

Wissenschaft und Praxis tun sich jedoch bisweilen schwer (Dienel, im Erscheinen). Die Praxispartner werden allzu oft als Datenlieferanten verstanden; der Wissenschaft werden Kommunikationsschwierigkeiten und ein Verstecken hinter Fachtermini vorgeworfen. Erfahrungswissen und wissenschaftliches Wissen stehen eher in Konkurrenz, denn in integrativer Synergie. Ein Kernelement, um diese Hürden zu überwinden, ist die Kommunikation. Diese will der Workshop des Forschungsforums fokussieren und ermöglichen, indem wir danach fragen, wie das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen und Wissensformen besser organisiert und auf fruchtbaren Boden gestellt werden kann.