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Workshop XIV: Bildung und Sicherheit

Am 07. und 08. November 2016 fand der 14. Workshop des Forschungsforum Öffentliche Sicherheit zum Thema "Bildung und Sicherheit" in Berlin statt.

Im Kontext der heterogenen Diskussion um mögliche Gefahren und Bedrohungslagen wird immer wieder die Forderung nach mehr Vorsorge, Resilienz und Bewusstsein in der Bevölkerung laut. Zugleich steigen die Anforderungen an professionelle Einsatzkräfte durch neue Herausforderungen für die Öffentliche Sicherheit. Auf welche Art und Weise Themen mit Bezug auf Sicherheit an die Fachöffentlichkeit und die Gesellschaft vermittelt werden, ist bisher kaum näher betrachtet und diskutiert worden. In den derzeit verfügbaren Aus- und Weiterbildungsprogrammen finden sich sehr unterschiedliche Angebote für Praktiker_innen und Student_innen. Gleichzeitig stehen politische Entscheidungsträger_innen vor der Frage, ob und wie „Sicherheit“ in Bildungspläne aufgenommen werden sollte, um hierdurch die Sicherheitskompetenz der Gesellschaft zu erhöhen.

Die Aus- und Weiterbildung der Praktiker_innen wird vorrangig durch die Organisationen selbst oder die Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe betrieben, die sich eine Fokussierung auf Handlungs- und Kompetenzorientierung zum Ziel gesetzt hat. Gleichzeitig etablierte sich in den vergangenen Jahren eine zunehmende Zahl von Studiengängen und Ausbildungsangeboten, die Abschlüsse mit Bezug auf Sicherheitsthemen anbieten.[1] Unter Expert_innen wird zudem verstärkt darauf hingewiesen, dass Sicherheitsthemen und Katastrophenschutz bereits in den Schulen eine Rolle spielen sollten, um die Kompetenz der Bevölkerung, erfolgreich mit Krisenlagen umzugehen, zu verbessern.[2]

Daneben stellt sich die Frage, wie sich Wissen und Kompetenzen im Sicherheitsbereich überhaupt erfolgreich vermitteln lassen. Gibt es eine Sicherheitskompetenz? Was kennzeichnet notwendige Kompetenzen im Umgang mit Risiken und Gefahren? Wie können Sicherheits- und Risikokompetenzen überhaupt durch Bildung vermittelt werden? Für welche Zielgruppe erscheint eine solche Sicherheits- und Risikokompetenz sinnvoll (Kindergärten, Schulen, Hochschulen, Fachpersonal)? Welche Kompetenzen benötigen die Vermittler_innen von Sicherheitskompetenz? Ist Erfahrungswissen wichtiger als didaktische Fähigkeiten?

Eingeleitet wurde die Veranstaltung zu „Bildung und Sicherheit“ durch den aktuellen Forschungsstand in Form einer wissenschaftlichen Expertise von Prof. Dr. Dr. h.c. Ortwin Renn und Dr. Piet Sellke.


[1] Das Forschungsforum Öffentliche Sicherheit (2014). „Sicherheit studieren. Studienangebote in Deutschland“. Verfügbar unter www.studienfuehrer-sicherheit.de.

Brandenburgisches Institut für Gesellschaft und Sicherheit (2015). „Berufliche Aus- und Weiterbildung in der zivilen Sicherheit“. Verfügbar unter

www.bigs-potsdam.org/index.php/de/publikationen/standpunkt/60-publikationen/policy-paper-sp-881/562-aus-und-weiterbildung.

[2] XIII. Workshop des Forschungsforum Öffentliche Sicherheit, Panel 3 „Zukunft der Bildung – Sicherheitskompetenz als Bildungsziel?“, Dokumentation demnächst verfügbar unter www.sicherheit-forschung.de.