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Workshop XVI: Organisierte Kriminalität - Theorie und Praxis

Das Programm zur Veranstaltung finden Sie hier.

Organisierte Kriminalität ist im öffentlichen Bewusstsein in Deutschland kaum verankert, hat jedoch Auswirkungen auf die unterschiedlichsten Bereiche des täglichen Lebens. Kriminelle und organisierte Strukturen dringen in alltägliche Handlungen der Bevölkerung ein und beeinflussen Wirtschaft und Gesellschaft. Die Aktivitäten reichen von Angriffen auf das Online-Banking und Internet-Betrugsdelikte bis hin zu Geldwäsche, Menschenschmuggel, Rauschgifthandel oder Rockerkriminalität.

Die Organisierte Kriminalität führt auch in Deutschland zu großen sozialen und wirtschaftlichen Schäden. Im Bundeslagebild des Bundeskriminalamts wird die Schadenssumme für das Jahr 2015 auf 424 Millionen Euro taxiert. Hinzu kommt, dass durch die internationalen Verbindungen der Tätergruppen eine Strafverfolgung schwierig ist; auch wenn die Zusammenarbeit der Behörden auf europäischer und internationaler Ebene Fortschritte macht.

Da die Delikte der Organisierten Kriminalität sehr unterschiedlicher Art sind, ist eine erschöpfende Betrachtung des Phänomens kaum zu erreichen. Neben dem aktuellen Forschungsstand beleuchtete der Workshop daher an ausgewählten Themen exemplarisch die Auswirkungen der Kriminalität auf die öffentliche Sicherheit – und wie Staat und Forschung hierauf reagieren können.

Ein zentraler Themenschwerpunkt war die Internetkriminalität, die seit Jahren zunimmt und aktuell vor allem mit den Begriffen „Darknet“ und „Crime as a Service“ assoziiert wird. Welche Waren und Dienstleistungen hier tatsächlich angeboten werden und welche Rolle das Internet für die Organisierte Kriminalität spielt, wurde ebenso thematisiert wie die Frage, wie auf diesen Parallelmarkt reagiert werden kann.

Auch in digitalen Zeiten ist die Geldwäsche eine der Hauptaktivitäten des organisierten Verbrechens; für den Staat birgt es die Schwierigkeit sauberes von dreckigem Geld zu unterscheiden. Allein in Deutschland fließen jährlich Milliarden Euro kriminellen Ursprungs in die legale Wirtschaft. Es wurde daher im zweiten Themenschwerpunkt die Frage gestellt, wie man Geldwäsche nachhaltig identifizieren und effektiv verhindern kann.

Herausgefordert durch neue Delikte und Organisationsformen steht die Rechtsprechung in Deutschland vor der Schwierigkeit, Organisierte Kriminalität als solche zu identifizieren und die Täter und Täterinnen adäquat zu verurteilen. Daher wurden im dritten Themenschwerpunkt Möglichkeiten der Governance der Organisierten Kriminalität thematisiert; es wurden Herausforderungen und Ansätze diskutiert, die im Kampf gegen Organisierte Kriminalität Erfolg versprechen.

Im Rahmen des Workshops wurden außerdem aktuelle Forschungsergebnisse und -projekte, die sich mit Organisierter Kriminalität beschäftigen, im Schaufenster Sicherheitsforschung präsentiert. Das Schaufenster Sicherheitsforschung ist ein interaktiver Demonstrationsraum, den das Forschungsforum Öffentliche Sicherheit gemeinsam mit dem Innovationszentrum Öffentliche Sicherheit betreibt.