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Teilnahme an der Konferenz „Gefährliche Zeiten!? Sicherheitskultur und sozialer Wandel“, Frankfurt/Main
14.06.2011
Am 9. und 10. Juni 2011 fand an der Goethe-Universität Frankfurt die 1. Jahreskonferenz des Forschungsprojekts „Sicherheitskultur im Wandel“ statt. Unter dem Titel „Gefährliche Zeiten!? Sicherheitskultur und sozialer Wandel“ fanden sich ca. 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen, um über verschiedene Gefahren- und Risikolagen und ihren Einfluss auf die veränderte Sicherheitskultur in Deutschland zu diskutieren. Im Zentrum stand dabei die Frage, wie und warum sich die Vorstellung von Sicherheit und die Wahrnehmung von Gefährdungen auf der Ebene individueller Einstellungen und Perzeptionen (Mikroebene), auf der Ebene sozialer Werte und Praktiken (Mesoebene) und auf der Ebene inter- und transnational geteilter Ideen und Normen (Makroebene) verändern.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten die 15 Vorträge zu den verschiedenen Ebenen aus vornehmlich sozialwissenschaftlicher Sicht.

Die Tagung zeigte, was in Politik- und Rechtswissenschaft, Soziologie und Psychologie seit längerem verhandelt wird: Sicherheit ist ein gesellschaftliches Konstrukt und mit dem Wandel der Gesellschaft wandelt sich das Sicherheitsverständnis. Sicherheit ist damit nicht mehr nur als Abwesenheit von Gefahr, sondern als das erfolgreiche Management von Gefahren und Unsicherheiten zu verstehen. Sicherheitskultur wird im Wechselspiel zwischen Politik, Gesellschaft und Gefahrenlagen verhandelt. Es zeigte sich, dass der Diskurs in diesem Wechselspiel heterogen und von Seiten der Politik sehr fragmentiert geführt wird. Je mehr von Sicherheit geredet wird, desto eher werden Unsicherheiten wahrgenommen, so eine Analyse des Diskurses.
Mit der Frage um den Diskurs gehen auch Fragen der Unsicherheits- oder Sicherheitswahrnehmung und die Frage des Umgangs einher. Mehrere Beiträge widmeten sich diesen Aspekten. So wurde zum Beispiel die Frage der Prävention gestellt und verschiedene Verständnisse des Konzepts diskutiert: Sprechen wir von Prävention im Sinne der Gefahrenabwehr, des Risikomanagements oder einer „preparedness“ gegenüber wissenschaftlichen Ungewissheiten („Can we prevent it“ vs. „Are we prepared“?).
Vor diesem Hintergrund wurde auch politisches Handeln diskutiert. Am Beispiel Terrorbekämpfung wurde gezeigt, dass politisches Handeln als kulturbedingte Praxis, als Nutzung von Möglichkeiten und als Signal bzw. Symbolik eingeschätzt werden kann.
Am Beispiel des Konstrukts „Risikobewusstsein“ trug Lars Gerhold für das Forschungsforum Öffentliche Sicherheit über die Kriterien subjektiver Unsicherheitswahrnehmung und -bewältigung vor.
