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20. Workshop des Forschungsforum Öffentliche Sicherheit: Klimawandel und Sicherheit

Präsentation des Szenarios "Klimawandel & Sicherheit" im Zukunftslabor Sicherheit

Präsentation des Szenarios "Klimawandel & Sicherheit" im Zukunftslabor Sicherheit

„Herausforderung der Zukunft: Klimawandel und Sicherheit“, so wurde der 20. Workshop des Forschungsforum Öffentliche Sicherheit überschrieben, der am 11. Juni 2021 stattfand. Dabei zeigten Referent:innen die bereits absehbaren klimatischen, infrastrukturellen, sozialen und politischen Folgen des Klimawandels auf. Eine Dokumentation der Ergebnisse wird bald online verfügbar sein.

News vom 16.06.2021

Frau Dr. Früh vom Deutschen Wetterdienst bilanzierte in ihrem Vortrag, dass die Folgen der globalen Erwärmung in Deutschland anhand von Hitzedaten schon deutlich belegbar sind und in Zukunft stark ansteigen werden. Hr. Steup vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) stellte zentrale Aspekte der Risikoanalyse Dürre vor, die das BBK im Auftrag der Bundesregierung 2018 veröffentlichte. Es wurde deutlich, dass neben der Trinkwasserversorgung ebenso die Energieversorgung und das Gesundheitssystem deutlich belastet werden könnten. Die Auswirkungen von starker Hitze und Dürre zeigt die Komplexität von sicherheitsrelevanten Folgen auf. Diese Komplexität strukturierte Prof. Dr. Renn als systemisches Risiko und stellte in seinem Vortrag dar, aus welchen Elementen systemische Risiken bestehen und welche Umgangsmöglichkeiten – auch in der Kommunikation – sich hieraus ergeben. Prof. Dr. Fekete konnte diese Komplexität von Folgen und deren, bisweilen nur bedingt reflektierten, Zusammenhängen an Beispielen der kritischen Infrastruktur aufzeigen. Das offenbarte, dass Risiken noch zu oft isoliert betrachtet werden und nicht im Zusammenhang. Dass Einsatzlagen als Folge des Klimawandels herausfordernder werden, zeigte Fr. Kübler als Leiterin des Leitungsstabes des Technischen Hilfswerkes (THW) auf. Bekannte Einsatzlagen würden zukünftig regelmäßiger und intensiver auftreten, was aus Sicht des THW auch bei der Weiter- und Ausbildung von Einsatzkräften Berücksichtigung finden sollte. Gleichzeitig verwies Fr. Kübler auf die Anstrengungen des THW, als Bundesbehörde selbst klimaneutral zu werden – auch angesichts eines umfangreichen Fuhrparks mit Spezialgeräten und dieselbetriebenen Aggregaten keine einfache Aufgabe.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Paneldiskussion mit Bundestagsabgeordneten des Innenausschusses und dem Vorsitzenden des Arbeitskreises V der Innenministerkonferenz, Prof. Schröder. Als Abteilungsleiter im Innenministerium in Baden-Württemberg leitete Prof. Schröder die Paneldiskussion mit einem Impulsvortrag ein und verwies auf die Notwendigkeit einer problemorientierten bzw. lösungsorientierten überministeriellen Zusammenarbeit, wie sie bereits im Falle der Corona-Pandemie teilweise stattfinde. Er zeigte sich optimistisch, dass sich die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern zukünftig weiter verbessern wird. Die Abgeordnete Dr. Irene Mihalic, MdB (Bündnis90/Die Grünen), Abgeordnete Frau Susanne Mittag, MdB (SPD) und Herr Dr. André Hahn, MdB (Die Linke) waren sich einig über die Notwendigkeit einer verbesserten Kooperation zwischen Bund und Ländern, beurteilten allerdings die Rahmenbedingen hierfür unterschiedlich. Zum einen wurde positiv auf die Impulse beispielsweise aus dem BBK verwiesen, gleichzeitig wurde diskutiert, ob es nicht auch eine gesetzliche Grundlage bräuchte, um die Kooperation nicht nur freiwillig zu gestaltet, sondern auch verpflichtend. Alle Panelist:innen beurteilten es als wichtig, das Ehrenamt im Bevölkerungsschutz zu stärken, um den Auswirkungen des Klimawandels begegnen zu können.

Bezüglich zukünftiger Forschung verwiesen die Panelist:innen darauf, dass es neben notwendiger spezieller Forschung auch eine verbesserten Zusammenführung und Aufbereitung wissenschaftlicher Erkenntnis für Politiker:innen bedürfe. Das Forschungsforum Öffentliche Sicherheit versteht diesen Hinweis als eine Bestätigung der eigenen Arbeit in der Wissenschaftskommunikation in die (Bundes-)Politik.

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