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WEXICOM und BISKIT mit Vorträgen auf der NEEDS

Zwei Konferenzbeiträge von Mitarbeitenden der AG Interdisziplinäre Sicherheit beschäftigen sich durch unterschiedlichen Forschungsperspektiven mit der Governance von Krisen.

News vom 16.11.2022

In ihrem Konferenzbeitrag widmete sich Miriam Nagels der Governance der Blutversorgung während externer Krisen und betrachtet Interdependenzen, Kommunikation und weitere Faktoren, die das Krisenmanagement in Südafrikas Blutversorgungssystems beeinflussen. In dem komplexen Geflecht von Interdependenzen ist die Governance von Krisen sehr stark auf die beiden in Südafrika tätigen Blutspendedienste ausgerichtet. Auch wenn verschiedene Bereiche miteinander interagieren, hängt die Widerstandsfähigkeit des Bluttransfusionssystems in hohem Maße von den Blutversorgungsdiensten und dem Netzwerk ab, das sie im Vorfeld von Krisen mit ihrem Umfeld aufbauen. Dieses Netzwerk wird von ihnen in einem ständigen Kommunikationsprozess gesteuert, wobei Vertrauen und etablierte Beziehungen zu diesem Hauptakteur für das Funktionieren des gesamten Systems von zentraler Bedeutung sind.

Welche Rolle spielen Narrative in der Governance von Krisen? Dieser Frage widmete sich der Konferenzvortrag von Jasmina Schmidt. Narrative sind Teil eines sensemaking Prozesses und enthalten Informationen darüber, was in einem bestimmten zeitlichen, räumlichen und kulturellen Kontext als wichtig erachtet wird. Diese Narrative können Aufschluss darüber geben, wie Krisen infolge extremer Wetterereignisse in der Vergangenheit gehandhabt wurden und wie man sich zukünftige Krisen vorstellt. Die vorgestellten Ergebnisse konzentrieren sich auf den narrativen Plot der "Erneuerung", in dem eine Krise als Anreiz für ein positives Ergebnis und einen Wandel interpretiert wird. In diesen Narrativen werden Konsequenzen und Lehren hervorgehoben, und die Ergebnisse zeigen, wie Erzählungen über vergangene Krisen die Governance von Krisen beeinflussen, da sie die Art und Weise verändern, wie man sich die Zukunft vorstellt und wie Entscheidungen und Vorbereitungspraktiken in der Vergangenheit, aber auch für die Zukunft, legitimiert werden. Dies unterstreicht die Rolle von Narrativen als Instrument der Governance von Krisen in Organisationen und des organisatorischen Lernens und Wandels aufgrund ihrer Einbettung in die Organisationskultur, lokales Wissen, Erfahrungen und soziale Beziehungen. 

Die Konferenz fand vom 01.11. bis 03.11.2022 an der Universität Kopenhagen statt und die BISKIT-und Wexicom-Projektmitarbeiterinnen Miriam Nagels und Jasmina Schmidt stellten Ergebnisse aus den jeweiligen Projekten im Panel „Crisis Governance: advancing our knowledge to deal with future contingencies“ vor.

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