Definition von Schutzzielen und -niveaus Kritischer Infrastrukturen in Deutschland: Forschungsstand, Rechtlicher Rahmen und politische Entscheidungsfindung

Institution:

Freie Universität Berlin
Institut für Informatik
AG Interdisziplinäre Sicherheitsforschung

Projektleitung:
Förderung:

Bundesamt für Bevölkerungsschutz

und Katastrophenhilfe (BBK)

Projektlaufzeit:
01.01.2018 — 30.09.2019
Ansprechpartner/in:
Agnetha Schuchardt
gefördert vom BBK

gefördert vom BBK

Das Projekt DESKRIS widmet sich der Bestimmung und Abstimmung von Schutzzielen im Kontext des deutschen Bevölkerungsschutzes. Dieser stellt ein Zusammenspiel von Akteuren auf mehreren Zuständigkeitsebenen dar. Durch kontinuierliche Prozesse gesellschaftlichen, ökologischen und technischen Wandels steht er vor immer neuen Herausforderungen, die transdisziplinär angegangen werden müssen. Für eine zielgerichtete und erfolgreiche Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure ist die Aushandlung von Schutzzielen ein bedeutsames Ziel.

Das Gesamtziel des Projektvorhabens DESKRIS besteht darin, den aktuellen Stand der Schutzzieldebatte aufzuarbeiten, auf dieser Grundlage Akteure aus Bevölkerungsschutz, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft in partizipativen Prozessen zusammen zu bringen und deren unterschiedliche Bedarfe zu erfassen. Der Aushandlungsprozess von Schutzzielen und -niveaus für Kritische Infrastrukturen soll exemplarisch an den zwei Bereichen „Ernährung“ und „Gesundheit“ aufgezeigt werden.

Der KRITIS-Bereich „Gesundheit“ gliedert sich in die drei Teilbereiche medizinische Versorgung, Arzneimittel und Impfstoffe sowie Labore. Der Sektor „Ernährung“ umfasst die Ernährungswirtschaft und den Lebensmittelhandel. Um der Vielschichtigkeit dieser Themenfelder zu begegnen, greift das Forschungsprojekt auf einen gezielten Methodenmix zurück: Neben einer Literaturanalyse erfolgen ein Expert_innen-Workshop sowie eine Expert_innen-Online-Befragung. Darüber hinaus erfolgt eine Diskussionsrunde mit politischen Entscheider_innen, deren Ergebnisse in die abschließenden Handlungsempfehlungen einfließen. Es soll u. a. ermittelt werden, welche Akteure und Instanzen im Bereich „Gesundheit“ bzw. „Ernährung“ dafür verantwortlich sind, Schutzziele zu definieren.

Neben der Freien Universität, in deren Namen Prof. Dr. Lars Gerhold die Leitung des Projekts übernimmt, sind das Deutsche Komitee Katastrophenvorsorge e.V. (DKKV) und die Universität Bielefeld Verbundpartner. Stellvertretend für das DKKV ist Prof. Dr. Annegret Thieken mit der Bearbeitung des Projekts betraut. Auf Seiten der Universität Bielefeld (Fakultät für Rechtswissenschaft) zeichnet sich Prof. Dr. Christoph Gusy für das Projekt verantwortlich. Das Verbundvorhaben wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gefördert.