Abschlussveranstaltung des Projektes WiSima

Das WiSima-Projektteam und die assoziierten Partner

Das WiSima-Projektteam und die assoziierten Partner
Bildquelle: Edda Brandes

Jennifer Hartmann erklärt die Einflussfaktoren des subjektiven Sicherheitsempfindens

Jennifer Hartmann erklärt die Einflussfaktoren des subjektiven Sicherheitsempfindens
Bildquelle: Edda Brandes

Über den Dächern Berlins fand am 27. Juni 2019 im 21. Stock des Bahntowers die Abschlussveranstaltung des Projektes WiSima „Wirtschaftlichkeit von Sicherheitsmaßnahmen im öffentlichen Personenverkehr“ statt.

News vom 09.07.2019

Das BMBF geförderte Forschungsprojekt wurde durch die Freie Universität Berlin, die Technische Hochschule Wildau, die Universität Bremen, das Fraunhofer FOKUS  und die Deutsche Bahn AG bearbeitet. Begleitet wurde WiSima in der Zeit durch die assoziierten Partner der Bundespolizei, der Tegernsee-Bahn Betriebsgesellschaft mbH, dem ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH sowie den Berliner Verkehrsbetrieben.

Die Eröffnung der Abschlussveranstaltung erfolgte durch Roman Peperhove, der in einem Einführungsvortrag u.a. die Diskrepanz zwischen der objektiven Sicherheitslage im öffentlichen Personenverkehr (ÖPV) und dem subjektiven Sicherheitsempfinden der Fahrgäste darlegte. Im Anschluss folgten die Fachvorträge der fünf Projektpartner, in denen die Kernergebnisse der dreijährigen Projektlaufzeit präsentiert wurden:

  • Wie (un)sicher fühlen sich Fahrgäste im Öffentlichen Personenverkehr? (Freie Universität Berlin)
  • Situative Echtzeiterhebung per Mobile Experience Sampling - Wie wir (Un)Sicherheit messen. (Fraunhofer FOKUS
  • Communicating Security: Wie Betreiber durch Kommunikation das Sicherheitsempfinden im ÖPV erhöhen können. (Universität Bremen)
  • Ökonomie der Sicherheit – wissenschaftliche Erkenntnisse und betriebswirtschaftliche Kennzahlen erfolgreich zusammenführen. (Technische Hochschule Wildau)
  • Sicherheit bei der Deutschen Bahn - Wie kann die Umsetzung der Projektergebnisse gelingen? (DB-Konzernsicherheit)

Jennifer Hartmann stellte die Kernergebnisse aus drei Jahren WiSima seitens der Freien Universität Berlin vor, deren Forschungsschwerpunkt es war ,das subjektive Sicherheitsempfinden im öffentlichen Personenverkehr zu untersuchen. Es lässt sich ganz allgemein feststellen, dass Fahrgäste sich im ÖPV eher sicher fühlen als unsicher. Jedoch besteht eine große Diskrepanz zwischen dem Sicherheitsempfinden am Tag und in der Nacht. Nachts fühlen sich drei Viertel aller Befragten unsicher. Die Nutzung des ÖPVs in der Nacht oder der Aufenthalt an dunklen Bahnhöfen können das subjektive Sicherheitsempfinden senken. Die Angst Opfer einer Straftat zu werden oder die Erfahrung bereits ein Opfer gewesen zu sein, kann das subjektive Sicherheitsempfinden ebenfalls verringern. Während die vermehrte Nutzung des ÖPVs, die Übersichtlichkeit von Bahnhöfen sowie das Ausschildern und Gestalten von Fluchtmöglichkeiten das subjektive Sicherheitsempfinden stark erhöhen kann. Bei der Bewertung von bekannten Sicherheitsmaßnahmen wurden Maßnahmen mit Personaleinsatz und die Verwendung von technischen Überwachungsmaßnahmen für am geeignetsten empfunden. Auch bei neuen Sicherheitsmaßnahmen wurden vornehmlich Personalmaßnahmen, wie die ständige Platzierung von Sicherheitspersonal oder das Einrichten von Bahnhofswachen, als sehr wirksam eingestuft.

Nach den Fachvorträgen aller Projektpartner wurden die Ergebnisse der dreijährigen Projektlaufzeit erlebbar gemacht. In einer Demo-Ecke konnten die Gäste die innovative Smartphone-App zur Befragung von Fahrgästen sowie das Security Impact Assessment Tool (SIA) selbst testen und sich erklären lassen. Das SIA-Tool setzt Kosten für Maßnahmen und das subjektive Sicherheitsempfinden der Fahrgäste in Beziehung, um ÖPV-Betreibern bei Investitionsentscheidungen in bekannte und neue Sicherheitsmaßnahmen zu unterstützen. Mit dem Tool ist es somit möglich, nicht nur das objektive Sicherheitsniveau weiter zu stabilisieren, sondern auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu erhöhen.

Der WiSima-Forschungsverbund zeigt deutlich, wie sinnvoll und notwendig die transdisziplinäre Zusammenarbeit von Forschung und Praxis ist. Die entstandenen Ergebnisse werden von der Deutschen Bahn auch nach der Projektlaufzeit weitergenutzt und leisten somit einen Beitrag zur Erhöhung des subjektiven Sicherheitsempfindens der Fahrgäste.

 

 

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