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Studie des Forschungsforum Öffentliche Sicherheit zu den Grenzen wissenschaftlicher Politikberatung im Tagesspiegel

Forschungsergebnisse aus der Wissenschaft erreichen zu selten Entscheider:innen aus der Politik. Warum ist das so? Um das herauszufinden, befragte das Forschungsforum Öffentliche Sicherheit amtierende und ehemalige Mitglieder des deutschen Bundestages (MdB) sowie ihre Mitarbeitenden ausgehend von den Risikoanalysen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

News vom 17.12.2021

Spätestens seit der COVID-19 Pandemie ist der Wissenstransfer von der Wissenschaft in die Politik im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Sein Scheitern wie auch sein Gelingen lässt sich in den Nachrichten verfolgen. Bevor Wissenschaftskommunikation jedoch zu einem Gegenstand allgemeinen Interesses wurde, fristete sie ein Nischendasein. Oft genug wurden wichtige Forschungsergebnisse von der Politik überhört. Eines der aktuellsten und bekanntesten Beispiele ist die Risikoanalyse des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe aus dem Jahr 2012 zum Thema Pandemie, der erst mit Eintreten des Katastrophenfalls die notwendige politische Aufmerksamkeit zuteilwurde.

Das Projekt Risikoanalyse Bevölkerungsschutz und Politik (RiskPol) am Forschungsforum Öffentliche Sicherheit unter Leitung von Prof. Dr. Lars Gerhold untersuchte nun die Gründe dafür. Die politische Wahrnehmung und Adressierung von wissenschaftsbasierten Dokumenten und Materialien aus den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben wurden hierzu ausgewertet. Im Speziellen widmete sich das Projekt der Frage, wie die Risikoanalysen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in der politischen Diskussion aufgenommen wurden und welche Impulse hieraus hervorgingen. Durch qualitative Methoden, wie leitfadengestützte Interviews mit aktiven und ehemaligen Abgeordneten des Deutschen Bundestages und moderierten Gruppendiskussionen wurde ein vertieftes Verständnis der Prozesse und Wirkungsweisen behördlicher Risikodokumente erarbeitet.

Erste Erkenntnisse der Studie, unter anderem dazu, warum Risikoanalysen oft keine Auswirkungen auf politisches Handeln hatten und wie sich das ändern lässt, wurden nun in diesem Artikel vom Tagesspiegel veröffentlicht.

Die gesamte Studie wird zeitnah auf unserer Website abrufbar sein.

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